Legenden

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Die Legenden von "Alt Morscheid auf der Kirch"


Der Volksmund sagt, in jeder Legende steckt ein wahrer Kern. Welche Wahrheiten hinter den folgenden Erzählungen stecken, lässt sich durch den Nebel der Vergangenheit leider nicht mehr aufdecken. Jedoch lassen die Erzählungen auch viel Spielraum für die eigene Phantasie des Lesers. Die erste Erzählung basiert auf Funden, die bereits im 19. Jahrhundert im „Kirchenwald“ gemacht wurden.

Basierend auf den Funden, die hauptsächlich aus alten Mauerresten sowie Särgen mit Urnen bestand, gibt es zwei Erzählungen über das „Alte Morscheid im Kirchenwald“:


Variante 1:
Die erste Variante der Erzählung basiert auf dem „Schwarzen Tod“, der im 14. Jahrhundert Europa dahinraffte. Morscheid – noch im Kirchenwald gelegen – blieb von der Seuche nicht verschont.
Um wenigstens einen Teil der damaligen Bewohner Morscheids zu retten, wurde der Beschluss gefasst, die gesunden Bürger aus Morscheid auszuquartieren und in einiger Entfernung den Ort neu zu errichten. Da Unschlüssigkeit darüber bestand, wo dieser neue Ort entstehen sollte, wurde ein Ochse losgeschickt.
Dieser Ochse wanderte eine zeitlang bis er sich nach einiger Zeit niederließ. Die Bürger entschieden, dass an diesem Ort die neue Kirche als Zentrum des neuen Ortes errichtet werden sollte.
Die Zurückgebliebenen, an der Pest Erkrankten, wurden weiterhin von den Ausquartierten mit dem Notwendigsten versorgt, um ihnen die letzten Tage und Stunden so angenehm wie möglich zu machen.
Nachdem der letzte Pest-Erkrankte gestorben war, wurden die Behausungen im alten Morscheid niedergebrannt und die Leichen der Verstorbenen eingeäschert.

Variante 2:
Variante 2 der Legende basiert auf einer Annahme eines Chronikers im 19. Jahrhundert. Ihr fehlt es an Charme der ersten Erzählung. Er versuchte die Funde im Kirchenwald auf weniger „heldenhafte“ Ereignisse zurückzuführen. Basis der Erzählung ist der 30-jährige Krieg, der von 1618-1648 in Europa wütete.
Das alte Morscheid soll in der Zeit von 1630-1632 mehrfach von Schweden angegriffen und gebranntschatzt worden sein. Wenige Bürger konnten fliehen und beschlossen, den Ort an der heutigen Stelle neu aufzubauen.
Nachdem der Ort neu errichtet wurde, wären es der Erzählung nach die Schweine eines Hirten gewesen, die im Kirchenwald die bronzenen Glocken des ersten Morscheid gefunden haben.
Gegen diese Variante sprechen mehrere Dinge: Brandschatzende Schweden hätten wohl kaum die zwei bronzenen Glocken zurückgelassen.
Hinzu kommt, dass die Funde aus einer früheren Zeitepoche stammen müssen.


Ob eine dieser Varianten zutrifft oder was zu damaligen Zeiten genau geschehen ist, lässt sich wohl nie mit endgültiger Gewissheit klären, da eventuelle Zeugen bereits vor einer Ewigkeit das Zeitliche gesegnet haben.




Die Legende des "Weiherwissperds"

Die Legende des Weiherwissperds oder zu hochdeutsch – des Weiherwiesenpferdes - ist wohl eine der Legenden, die etlichen Generationen junger Morscheider so manchen Schrecken und die ein oder andere schlaflose Nacht beschert hat.

Eine Umschreibung der Erzählung ist kurz und bündig erledigt.

Die Erzählung basiert auf einem Pferd, das in der Nähe der Weiherwiesen lebt. Dieses Pferd wird als grausames, menschenfressendes Monster dargestellt, welches über ahnungslose Wanderer und insbesondere Kinder herfällt, die sich durch die Gegend bei den Weiherwiesen bewegen. Lautlos nähert es sich den Opfern, um dann mit aller Gewalt zuzuschlagen. Noch niemals habe jemand die Begegnung mit diesem Geschöpf der Hölle überlebt.

Der Grund, warum so eine Geschichte erfunden wurde, lässt sich nur noch spekulativ umreißen:

Entstanden wohl in der Zeit des 17. oder 18. Jahrhunderts, kann davon ausgegangen werden, dass dieses Geschöpf der blühenden Phantasie eines Elternteils entsprungen ist, der verhindern wollte, dass seine Kinder sich alleine in die Weiten des damals noch dichten Morscheider Waldes begeben und dort verlaufen.

Dass diese Erfindung durchaus an Wirkung nicht verfehlte, merkt man bis zum heutigen Tage: Selbst Erwachsene ertappen sich heute manchmal mit einem mulmigen Gefühl, wenn Sie gegen Abend alleine in den Weiherwiesen unterwegs sind.
Bisher konnte noch nie ein Zeuge von der Begegnung mit diesem Geschöpf berichten...

 

 

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